Bewertungskriterien für LED-Lampen

LED-Lampen sind in den letzten Jahren immer stärker in den Handelsregalen präsent geworden. Nicht ganz einfach fällt da die Unterscheidung zwischen für den individuellen Bedarf passenden LED-Leuchtmitteln und Produkten, die eher weniger geeignet sind. Mit dem zunehmenden Angebot an LED-Lampen im Handel fühlen sich Endverbraucher verwirrt und überfordert. Laut einer Emnid-Studie von 2013 im Auftrag der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen, findet rund jeder Zweite den Lampenkauf komplizierter als früher und hat Schwierigkeiten, die ideale Ersatzlampe im Geschäft zu finden. Darüber hinaus ist es nicht einfach, bei der Fülle an Anbietern zwischen guten LED-Leuchtmitteln und solchen minderer Qualität zu unterscheiden. Hilfe leisten hier zahlreiche Verbraucherplattformen, die LED-Lampen innerhalb ihrer Rubriken für energieeffiziente Produkte listen. Leider müssen wir oftmals feststellen, dass diese Bewertungskriterien für LED-Leuchtmittel zu kurz greifen oder in der jüngeren Vergangenheit abgeschwächt wurden. Gleichzeitig kommt bestimmten Eigenschaften eine übergeordnete Bedeutung zu, während wichtige Qualitätsaspekte entweder gar nicht oder nur unzureichend berücksichtigt werden. Auf einige wichtige Aspekte bei der Bewertung und Vergabe von Qualitätskriterien an LED-Lampen durch Verbraucherportale möchten wir daher aufmerksam machen.

 

 

Stichwort „Energieeffizienz“

Ohne Zweifel ist die Energieeffizienz ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung von LED-Lampen. Wir denken jedoch, dass diesem Aspekt im Vergleich zu anderen Eigenschaften zu hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zum einen wird generell Effizienzklasse A+ für LED-Leuchtmittel gefordert, so dass LED-Lampen darunter durch das Raster fallen, zum anderen entscheidet oftmals die Energieeffizienz in Lumen/Watt auch über das Gesamtranking. Dieses Vorgehen halten wir für nicht zielführend. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich Produkte in höheren Effizienzklassen (A++, A+, A) lediglich durch einige wenige Watt unterscheiden. Gleichzeitig geht eine Fokussierung auf die höchsten Effizienzklassen zu Lasten der Lichtqualität. Denn LED-Leuchtmittel mit einem höheren Farbwiedergabeindex (beispielsweise von Ra 90) müssen technologiebedingt geringere Effizienzwerte aufweisen. Dies sollte unbedingt bei einer Bewertung Berücksichtigung finden, da sonst im Umkehrschluss Produkte mit niedrigerer Farbwiedergabe (und dadurch höherer Energieeffizienz) solchen mit höherer Farbwiedergabe (und dadurch niedrigerer Energieeffizienz) vorgezogen werden, was sicher nicht im Sinne der Verbraucher ist.

 

 

Stichwort „Farbwiedergabe“

Im Gegensatz zur Energieeffizienz wird dem Aspekt der Farbwiedergabe von Leuchtmitteln unserer Meinung nach nur unzureichend Rechnung getragen. In einigen Fällen wird ein Farbwiedergabeindex zwar abgefragt und angegeben, spielt dann als Bewertungskriterium jedoch keine Rolle mehr. Wir sind der Meinung, dass insbesondere der naturgetreuen Wiedergabe von Farben eine entscheidende Bedeutung bei der Bewertung eines LED-Leuchtmittels zukommen sollte. Nicht zuletzt trägt man so dem Potenzial der LED-Technologie Rechnung, die das Erzielen hoher Farbwiedergabewerte von Ra 90 erst möglich macht. Eine undifferenzierte Betrachtung der Farbwiedergabe hilft dem Verbraucher nicht dabei, ein natürliches Licht mit hoher Farbwiedergabe von einem weniger naturgetreuen Licht zu unterscheiden zu können.

 

 

Stichwort „Lebensdauer“

Wir beobachten teilweise reduzierte Anforderungen an die Lebensdauer von LED-Leuchtmitteln. Begründet wird die Lockerung dieses wichtigen Kriteriums mit dem Argument der Marktentwicklung, wonach immer mehr Modelle mit Lebensdauern von rund 15.000 Stunden im Handel angeboten werden. Unserer Meinung nach sollten Verbraucherorganisationen dem Markttrend zur Verkürzung der Lebensdauer nicht folgen. Denn mit einer Auflockerung der Anforderungen an die Lebensdauer werden automatisch auch Produkte minderer Qualität propagiert. Die Leuchtmittel von LEDON sind daher alle auf eine Lebensdauer von mindestens 25.000 Stunden ausgelegt.

 

 

Stichwort „Lichtflimmern“

Das Licht von Leuchtmitteln (auch von Glühlampen) weist ein mehr oder weniger ausgeprägtes Lichtflimmern auf, das in negativen Extremfällen sogar mit dem bloßen Auge sichtbar ist. Eine Aufnahme dieses Aspekts in die Qualitätskriterien von LED-Leuchtmitteln erachten wir als sehr sinnvoll, da hier beträchtliche Unterschiede zwischen Anbietern hoher und minderwertiger Qualität bestehen.

 

 

Stichwort „Abstrahlwinkel“

Der Lichtstrom eines Leuchtmittels in Lumen wird unabhängig von der Abstrahlrichtung gemessen und gilt als entscheidende Vergleichsgröße für die Helligkeit. Wir plädieren dafür, neben der reinen Lumen-Angabe ebenfalls den Abstrahlwinkel von LED-Leuchtmitteln als Qualitätskriterium zu berücksichtigen. Im Gegensatz zu Glühlampen mit einem Abstrahlwinkel von über 300 Grad erzeugen zahlreiche LED-Lampen Licht, das vermehrt in eine Richtung abgegeben wird. Hier liegen die Abstrahlwinkel teilweise bei 160 oder 180 Grad, was einen Helligkeitsvergleich nahezu unmöglich macht. Wir schlagen daher vor, bei Leuchtmitteln mit ungebündeltem Licht (also keine Richtungsstrahler wie Spots) erst Abstrahlwinkel über 200 Grad zu berücksichtigen.

 

Zahlreiche weitergehende Informationen zu den oben genannten und anderen Qualitätsaspekten haben wir auf zwei Seiten im Informationsblatt „Wissenswertes zu LED-Lampen“ zusammengefasst und stellen es interessierten Verbrauchern als Orientierungshilfe zur Verfügung.

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